4. Interleaving
Die meisten Schulungsprogramme vermitteln Inhalte thematisch getrennt. Zuerst wird Thema A behandelt, anschließend Thema B. Interleaving verfolgt einen anderen Ansatz: Dabei werden verschiedene Themen oder Aufgabentypen innerhalb einer Lerneinheit miteinander kombiniert.
Das fühlt sich oft anspruchsvoller und weniger strukturiert an. Genau das macht die Methode so wirksam. Lernende müssen selbst erkennen, welches Wissen oder welche Fähigkeit in einer bestimmten Situation gefragt ist, anstatt sich darauf zu verlassen, dass sie sich gerade im Kapitel zu einem bestimmten Thema befinden. Dadurch entsteht ein flexibleres und besser übertragbares Verständnis.
Praxisbeispiel: In einer Kundenservice-Schulung werden Szenarien zu Produktwissen, Kommunikationsfähigkeiten und Compliance-Vorgaben in zufälliger Reihenfolge gemischt, anstatt jedes Thema in einem separaten Block zu behandeln.
5. Ausarbeitung
Ausarbeitung bedeutet, neue Informationen mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen. Anstatt sich eine Tatsache nur einzuprägen, fragt sich der Lernende: „Warum funktioniert das so? Wie hängt das mit dem zusammen, was ich bereits weiß? Was würde passieren, wenn es anders wäre?“
Je stärker ein neues Konzept mit vorhandenem Wissen verknüpft wird, desto leichter lässt es sich später abrufen. Für Ausbilder bedeutet das, Lerninhalte gezielt an die Erfahrungen der Lernenden anzuknüpfen, reflektierende Fragen zu stellen und die Teilnehmenden dazu anzuregen, Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag einzubringen.
Praxisbeispiel: Frage die Lernenden nach der Einführung eines neuen Prozesses: „Denken Sie an eine Situation bei der Arbeit, in der dies relevant war. Was hätten Sie anders gemacht?“ Auf diese Weise werden abstrakte Inhalte mit konkreten Erfahrungen verknüpft.
6. Dual Coding
Dual Coding bezeichnet die Kombination von verbalen Informationen (gesprochene oder geschriebene Worte) mit visuellen Informationen (Diagramme, Grafiken, Bilder oder Videos). Die Theorie wurde vom Kognitionspsychologen Allan Paivio entwickelt und geht davon aus, dass das Gehirn verbale und visuelle Informationen über zwei getrennte Kanäle verarbeitet. Werden Inhalte über beide Kanäle aufgenommen, entstehen zwei mentale Repräsentationen und damit zwei Abrufwege. Das erleichtert später das Erinnern der Informationen.
Wichtig ist dabei, dass die visuellen Elemente dieselben Inhalte vermitteln wie der Text und nicht nur der Gestaltung dienen.
Praxisbeispiel: Kombiniere die schriftliche Beschreibung eines Arbeitsablaufs mit einem einfachen Flussdiagramm, das dieselben Schritte darstellt. Ergänze eine Videodemonstration durch eine schriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Vermeide hingegen Stockfotos ohne inhaltlichen Bezug, da sie die kognitive Belastung erhöhen können, ohne den Lernerfolg zu verbessern.
7. Microlearning
Microlearning unterteilt Inhalte in kurze, fokussierte Lerneinheiten, die in der Regel drei bis zehn Minuten dauern und jeweils ein einzelnes Konzept oder eine einzelne Fertigkeit behandeln. Anstatt Schulungen in großen Blöcken anzubieten, vermittelt Microlearning den Stoff in leicht verdaulichen Einheiten, die sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen ist Microlearning besonders wirkungsvoll, weil es sich gut in den oft vollen Arbeitsalltag integrieren lässt. Wer keine Zeit für einen zweistündigen Kurs hat, kann meist problemlos ein fünfminütiges Modul zwischen zwei Meetings absolvieren. In Kombination mit Spaced Repetition wird Microlearning noch effektiver.
Praxisbeispiel: Ersetze einen dreistündigen Compliance-Kurs durch eine Reihe von zehnminütigen Modulen, auf die jeweils ein kurzes Quiz folgt. Die Lernenden absolvieren über mehrere Wochen hinweg ein Modul pro Tag, anstatt an einer ganztägigen Schulung teilnehmen zu müssen.
8. Selbstgesteuertes Lernen
Beim selbstgesteuerten Lernen entscheiden die Lernenden selbst, was, wann und wie sie lernen. Anstatt einen festen Lernpfad vorzugeben, stellt die Lernumgebung Ressourcen bereit, aus denen die Lernenden entsprechend ihrer Wissenslücken und Ziele auswählen können.
Dieser Ansatz eignet sich besonders für erfahrene Fachkräfte, die in bestimmten Bereichen bereits über fundierte Vorkenntnisse verfügen. Wer seinen Lernweg selbst gestalten kann, ist oft motivierter und muss sich nicht durch Inhalte arbeiten, die er bereits kennt.
Praxisbeispiel: Nutze Voreinschätzungen oder Wissenstests, um festzustellen, was die einzelnen Lernenden bereits wissen. Weise ihnen anschließend nur die Module zu, die ihre Wissenslücken schließen, anstatt alle denselben Lernpfad durchlaufen zu lassen.
9. Kollaboratives Lernen
Kollaboratives Lernen findet statt, wenn Menschen gemeinsam lernen – etwa durch Diskussionen, gegenseitiges Erklären von Inhalten, gemeinsames Lösen von Problemen oder die Arbeit an Projekten. Der soziale Austausch zwingt die Lernenden dazu, ihre Gedanken zu formulieren und zu begründen, was das Verständnis vertieft. Jemandem etwas zu erklären gehört zu den effektivsten Methoden, um ein Thema wirklich zu beherrschen.
In Remote- oder Hybrid-Schulungen kann kollaboratives Lernen beispielsweise durch Gruppenaufgaben, gegenseitiges Feedback oder moderierte Diskussionsforen umgesetzt werden.
Praxisbeispiel: Bringe nach Abschluss individueller Lernmodule kleine Gruppen zusammen – virtuell oder vor Ort –, um gemeinsam eine Fallstudie zu bearbeiten. Dabei sollte jede Person nicht nur ihre Antwort, sondern auch ihre Überlegungen dahinter erläutern.
10. Erfahrungsorientiertes Lernen
Erfahrungsorientiertes Lernen bedeutet, durch praktisches Handeln zu lernen. Es folgt einem Kreislauf: eine konkrete Erfahrung machen, das Erlebte reflektieren, Schlussfolgerungen daraus ziehen und diese in einer neuen Situation anwenden. Auf diesem Prinzip basieren unter anderem Praktika, Job Shadowing, Simulationen und Rollenspiele.
In der beruflichen Weiterbildung gehört erfahrungsorientiertes Lernen oft zu den wirksamsten Methoden, um praxisrelevante Fähigkeiten zu entwickeln. Es schafft Lernsituationen, die der realen Arbeitswelt sehr nahekommen. Dabei können Lernende Fehler machen und daraus lernen, ohne dass dies reale Konsequenzen hat. Trotzdem fühlt sich die Erfahrung authentisch an.
Praxisbeispiel: Nutze szenariobasiertes Training, bei dem die Lernenden Entscheidungen treffen, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen erleben und anschließend reflektieren, bevor sie es erneut versuchen. Simulationen, Fallstudien und Rollenspiele basieren auf den Prinzipien des erfahrungsorientierten Lernens.
Lernmethoden für verschiedene Gruppen
Die zehn vorgestellten Methoden lassen sich grundsätzlich in vielen Lernkontexten einsetzen. Wie sie angewendet werden, hängt jedoch stark von der jeweiligen Zielgruppe ab. Lernmethoden, die sich für Erwachsene im Berufsleben bewähren, unterscheiden sich oft deutlich von denen, die bei Kindern oder Studierenden besonders effektiv sind.
Lernmethoden für Erwachsene
Erwachsene bringen umfangreiche Vorkenntnisse und Erfahrungen in den Lernprozess ein. Ihre Motivation hängt vor allem davon ab, wie relevant die Inhalte für ihre Arbeit oder ihre persönlichen Ziele sind. Fehlt dieser Bezug, lässt das Interesse oft schnell nach. Zudem lernen Erwachsene in der Regel selbstbestimmt, schätzen Eigenverantwortung und profitieren stärker von praxisnahen Anwendungen als von rein theoretischen Inhalten.
Die wirksamsten Lernmethoden für Erwachsene im beruflichen Umfeld sind:
Microlearning, das sich leicht in den Arbeitsalltag integrieren lässt.
Erfahrungsorientiertes Lernen durch realistische Szenarien, Simulationen und Fallstudien.
Selbstgesteuertes Lernen, das vorhandenes Wissen berücksichtigt und unnötige Wiederholungen vermeidet.
Kollaboratives Lernen, das das Wissen und die Erfahrungen innerhalb eines Teams nutzt.
Für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen hat dies direkte Auswirkungen auf die Gestaltung von Kursen. Einstufungstests helfen dabei, vorhandenes Wissen zu ermitteln, sodass Lernende keine Zeit mit bereits bekannten Inhalten verbringen müssen. Praxisnahe Szenarien fördern die Motivation und erhöhen die Lernbereitschaft. Zudem lassen sich Widerstände reduzieren, wenn Lernende ihr Lerntempo oder ihren Lernweg zumindest teilweise selbst bestimmen können.
Grundprinzip: Erwachsene lernen am besten, wenn sie verstehen, warum eine Fortbildung wichtig ist, erkennen, wie sie mit ihrer täglichen Arbeit zusammenhängt, und mitbestimmen können, wie sie lernen.
Lernmethoden für Schüler
Die Lernmethoden für Schüler verbinden in der Regel fachliche Inhalte mit dem Aufbau von Kompetenzen in einem stärker strukturierten und lehrplanorientierten Umfeld. Zwar gelten dieselben kognitiven Prinzipien wie bei anderen Zielgruppen, ihre Umsetzung sieht jedoch oft anders aus.
Schüler arbeiten meist auf klar definierte Lernziele hin und unterliegen dabei einer externen Leistungsbewertung durch Prüfungen, Hausarbeiten oder Noten. Dadurch ergeben sich natürliche Gelegenheiten, Methoden wie Active Recall oder Interleaving in den regulären Lernprozess zu integrieren. Die Herausforderung besteht darin, dass Schüler gleichzeitig Anforderungen aus verschiedenen Fächern bewältigen müssen. Deshalb sollten Systeme zur verteilten Wiederholung bewusst geplant werden, anstatt dem Zufall überlassen zu bleiben.
Kollaboratives Lernen ist für Schüler besonders wirkungsvoll, da das soziale Umfeld in Schule oder Universität bereits bestehende Lerngruppen und Austauschmöglichkeiten bietet. Das gegenseitige Erklären von Inhalten – also das Vermitteln von Konzepten an Mitschüler oder Kommilitonen – gehört zu den effektivsten Lernaktivitäten in dieser Phase.
Auch Dual Coding erweist sich im Bildungsbereich als besonders wirksam. Visuelle Darstellungen wie Diagramme, Mindmaps oder kommentierte Tabellen können textbasierte Inhalte ergänzen und das Verständnis in unterschiedlichen Fächern fördern.
Lernmethoden für Kinder
Bei jüngeren Kindern stehen Interaktion, Bewegung und konkrete Erfahrungen stärker im Vordergrund als abstraktes Denken. Kinder lernen am besten, wenn Lerninhalte greifbar sind und sie selbst aktiv werden können, anstatt lediglich zuzusehen oder zuzuhören.
Erfahrungsorientiertes Lernen spielt in dieser Phase eine zentrale Rolle. Spielerisches Lernen, praktische Aktivitäten und angeleitetes Entdecken vermitteln Kindern die konkreten Erfahrungen, die sie benötigen, bevor sie abstrakte Konzepte verstehen können. Auch Dual Coding ist besonders wirksam: Bilderbücher, visuelles Erzählen und illustrierte Erklärungen unterstützen den Aufbau von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen.
Kurze Lerneinheiten sind ebenfalls wichtig. Da die Aufmerksamkeitsspanne jüngerer Kinder begrenzt ist, sind kurze, zielgerichtete Aktivitäten mit anschließender Reflexion oder spielerischer Vertiefung oft effektiver als längere Unterrichtseinheiten.
Kollaboratives Lernen in Form von Gruppenaktivitäten und Spielen fördert sowohl soziale Kompetenzen als auch fachliches Lernen. Entscheidend ist dabei ein Umfeld, in dem Fehler als Teil des Lernprozesses akzeptiert werden. In diesem Alter ist die Bereitschaft, Neues auszuprobieren und dabei auch einmal zu scheitern, selbst eine wichtige Lernkompetenz.
Häufige Lernfehler, die du vermeiden solltest
Selbst gut konzipierte Schulungen können ihr Ziel verfehlen, wenn sie auf Methoden setzen, die zwar produktiv wirken, den Lernerfolg aber kaum fördern. Im Folgenden findest du einige der häufigsten Fehler und bessere Alternativen.
Sich zu sehr auf wiederholtes Lesen oder Markieren verlassen
Erneutes Lesen und Markieren sind passive Lernaktivitäten. Sie vermitteln zwar das Gefühl, den Stoff verstanden zu haben, führen aber nicht unbedingt dazu, dass man ihn später auch tatsächlich erinnern kann. Vertrautheit ist nicht dasselbe wie Wissen, das sich aktiv abrufen lässt. Setze deshalb auf Active Recall: Lege die Unterlagen beiseite und versuche, die Inhalte aus dem Gedächtnis wiederzugeben.
Büffeln statt verteiltem Lernen
Große Stoffmengen in einer einzigen langen Lerneinheit zu bearbeiten, kann zwar kurzfristig zu guten Ergebnissen führen, der Lernerfolg nimmt jedoch oft schnell wieder ab. Deutlich wirksamer ist verteiltes Lernen mit regelmäßigen Wiederholungen über einen längeren Zeitraum. Auch wenn sich dieser Ansatz weniger effizient anfühlt, führt er in der Regel zu besseren langfristigen Ergebnissen.
Alle Lernenden gleich behandeln
Wenn man allen Lernenden denselben Inhalt im gleichen Tempo vermittelt, werden die Vorkenntnisse und Erfahrungen der einzelnen Lernenden außer Acht gelassen. Vorabtests helfen Ihnen dabei, Wissenslücken zu erkennen und den Lernweg individuell anzupassen.
Abschluss statt Verständnis messen
Zu erfassen, ob jemand einen Kurs abgeschlossen hat, ist nicht dasselbe wie zu wissen, ob die Person tatsächlich etwas gelernt hat. Integriere daher Wissenschecks, Bewertungen und Leistungsindikatoren in den Lernprozess, um den tatsächlichen Lernfortschritt messen zu können.
Den Praxistransfer dem Zufall überlassen
Wissen, das nur im Unterricht oder vor dem Bildschirm vermittelt wird, bleibt oft auf diesen Kontext beschränkt. Erfahrungsorientiertes Lernen, Arbeitshilfen und anschließendes Coaching helfen dabei, die Lücke zwischen Schulung und tatsächlicher Anwendung im Arbeitsalltag zu schließen.
So wählst du die richtige Lernmethode aus
Es gibt keine allgemein beste Lernmethode. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt von vier Faktoren ab: den Lernenden, dem Lernstoff, dem Kontext und dem angestrebten Lernergebnis.
Mit dem Ziel beginnen
Was sollen die Lernenden nach der Schulung können? Geht es darum, Wissen abzurufen (beispielsweise Compliance-Vorgaben oder Produktspezifikationen), gehören Active Recall und Spaced Repetition zu den wirksamsten Methoden. Steht hingegen die Anwendung von Fähigkeiten im Vordergrund, etwa der Umgang mit Kundenbeschwerden oder die Bedienung von Geräten, sind erfahrungsorientiertes Lernen und Übungen in realistischen Szenarien besonders wichtig.
Vorwissen der Lernenden berücksichtigen
Erfahrene Fachkräfte, die bereits einen Großteil der Inhalte beherrschen, benötigen einen anderen Ansatz als absolute Anfänger. Nutze Voreinschätzungen oder Wissenstests, um Wissenslücken zu identifizieren, bevor du den Lernpfad gestaltest. So vermeidest du einen der häufigsten Fehler in der Erwachsenenbildung: erfahrene Lernende mit Inhalten zu langweilen, die sie bereits kennen.
Den Lernkontext berücksichtigen
Findet die Schulung in Echtzeit statt, beispielsweise als Live-Session, oder lernen die Teilnehmenden selbstständig in ihrem eigenen Tempo? Handelt es sich um Einzel- oder Gruppentraining? Wird die Schulung online oder vor Ort durchgeführt? Die Lernumgebung beeinflusst, welche Methoden besonders gut funktionieren. Kollaboratives Lernen entfaltet seine Stärken vor allem dort, wo echte Interaktion möglich ist. Microlearning eignet sich dagegen besonders für selbstgesteuertes Lernen und die bedarfsgerechte Vermittlung von Inhalten
Die Methode an die Komplexität anpassen
Einfache Inhalte wie Daten, Namen oder Vorschriften lassen sich gut mit Methoden wie Active Recall oder Lernkarten vermitteln. Komplexes prozedurales Wissen (beispielsweise der Umgang mit schwierigen Situationen) erfordert dagegen Vertiefung, Reflexion und Übung in realistischen Kontexten. Mache einfache Inhalte nicht unnötig kompliziert und vereinfache komplexe Inhalte nicht zu stark.
Methoden kombinieren statt zwischen ihnen zu wählen
Die wirksamsten Schulungsprogramme setzen nicht auf eine einzelne Lernmethode, sondern kombinieren mehrere Ansätze. Ein gut konzipierter Kurs nutzt beispielsweise Dual Coding bei der Gestaltung der Inhalte, Spaced Repetition bei der zeitlichen Planung, Active Recall durch integrierte Quizfragen und erfahrungsorientiertes Lernen durch szenariobasierte Aufgaben. Lernmethoden entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie sich gegenseitig ergänzen.
Wie misst du die Lerneffektivität?
Die Wahl der richtigen Lernmethoden ist nur der erste Schritt. Ebenso wichtig ist es zu überprüfen, ob sie tatsächlich wirken. Dafür reicht es nicht aus, lediglich die Abschlussquoten zu betrachten.
Das Kirkpatrick-Modell ist eines der am häufigsten verwendeten Modelle zur Bewertung der Wirksamkeit von Schulungen. Es betrachtet die Effektivität von Lernmaßnahmen auf vier verschiedenen Ebenen.
Ebene 1: Reaktion
Haben die Teilnehmenden die Schulung als relevant, ansprechend und gut gestaltet wahrgenommen? Dies wird meist mithilfe von Umfragen oder Feedbackformularen nach der Schulung gemessen. Oft liefern jedoch kurze Befragungen während der Schulung noch aussagekräftigere Erkenntnisse. Die Reaktion der Teilnehmenden ist wichtig, da eine negative Wahrnehmung häufig mit einer geringeren Beteiligung an zukünftigen Schulungen einhergeht.
Ebene 2: Lernen
Haben die Lernenden das Wissen oder die Fähigkeiten erworben, die durch die Schulung vermittelt werden sollten? Dies lässt sich mithilfe von Bewertungen, Wissenschecks und praktischen Übungen messen. Idealerweise erfolgt die Messung vor, während und nach der Schulung, damit sich tatsächliche Lernfortschritte und nicht nur die Leistung am Ende der Maßnahme nachweisen lassen.
Ebene 3: Verhalten
Wenden die Teilnehmenden das Gelernte in ihrer täglichen Arbeit an? Um dies zu beurteilen, sind Beobachtungen, Feedback von Führungskräften oder Nachbewertungen einige Wochen nach Abschluss der Schulung erforderlich. Diese Ebene ist zwar am schwierigsten zu messen, für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen jedoch oft die aussagekräftigste, da sie zeigt, ob die Schulung tatsächlich zu einer Verhaltensänderung geführt hat.
Ebene 4: Ergebnisse
Hat die Schulung zu messbaren Geschäftsergebnissen geführt? Dazu zählen beispielsweise niedrigere Fehlerquoten, eine schnellere Einarbeitung neuer Mitarbeitender, eine höhere Kundenzufriedenheit oder weniger Compliance-Verstöße. Ergebnisse auf dieser Ebene zeigen sich oft erst mit zeitlicher Verzögerung und werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dennoch sind sie der wichtigste Indikator dafür, ob sich die Investition in die Schulung tatsächlich gelohnt hat.
In der Praxis benötigen Schulungsanbieter, die mit Unternehmen zusammenarbeiten, zumindest aussagekräftige Daten der Ebene 2, beispielsweise Bewertungsergebnisse, Erfolgsquoten oder Analysen von Wissenslücken. Nur so können sie fundierte Rückmeldungen zum Lernerfolg geben.
Wichtige Kennzahlen, die du unabhängig von der gewählten Lernmethode erfassen solltest:
Ergebnisse vor und nach einer Bewertung, um den Wissenszuwachs sichtbar zu machen.
Erfolgs- und Nichtbestehensquoten pro Modul oder Kurs.
Abschlussquoten, um zu erkennen, an welcher Stelle Lernende aussteigen.
Bearbeitungszeiten, da ungewöhnlich kurze Zeiten auf zufällige Antworten hindeuten können.
Wiederholungsraten, da hohe Werte oft darauf hinweisen, dass Inhalte nicht ausreichend verstanden wurden.
Je leistungsfähiger die Berichtsfunktionen deines LMS sind, desto einfacher ist es, diese Nachweise zu erstellen und Kunden in einer Form bereitzustellen, die fundierte Entscheidungen ermöglicht.
Lernmethoden in skalierbare Schulungsprogramme verwandeln
Lernmethoden zu verstehen, ist das eine. Sie in Schulungsprogramme zu integrieren, die für Dutzende von Unternehmen und Hunderte von Lernenden zuverlässig funktionieren, ist eine ganz andere Herausforderung.
Für Schulungsanbieter und Beratungsunternehmen kann die organisatorische Umsetzung einer Schulung genauso viel Zeit in Anspruch nehmen wie ihre Konzeption. Genau hier macht das richtige LMS einen spürbaren Unterschied.
Nach Kunden organisieren, nicht nur nach Kursen
Wenn du Mitarbeitende aus verschiedenen Unternehmen schulst, müssen deren Daten, Ergebnisse und Inhalte klar voneinander getrennt bleiben. Mit Easy LMS kannst du für jeden Kunden eine eigene Academy einrichten, jeweils mit eigenem Branding, eigener URL, eigenen Lernpfaden und eigenen Teilnehmergruppen. So vermeidest du die Vermischung von Kundendaten und stellst sicher, dass Inhalte nur den Personen zur Verfügung stehen, für die sie bestimmt sind.
Inhalte wiederverwenden statt neu erstellen
Ein gut konzipiertes Microlearning-Modul zum Thema Datenschutz muss nicht für jeden neuen Kunden von Grund auf neu erstellt werden. Mit der Inhaltsbibliothek von Easy LMS erstellst du Inhalte einmal und kannst sie anschließend mehreren Academies zuweisen. Bei Bedarf lassen sie sich dabei an den jeweiligen Kontext anpassen. So können auch kleinere Schulungsanbieter skalieren, ohne dass ihr Arbeitsaufwand im gleichen Maße wächst.
Die Lücke zwischen Lernen und Praxis schließen
Von Schulungsanbietern wird zunehmend erwartet, dass sie die Wirksamkeit ihrer Programme nachweisen können. Die Berichtsfunktionen von Easy LMS liefern Live-Dashboards mit Bestehensquoten, Abschlussdaten, Analysen von Wissenslücken und individuellen Lernfortschritten – in einem Format, das du direkt mit Kunden teilen oder in deine eigenen Berichts-Tools integrieren kannst.
Kunden Zugriff auf ihre eigenen Daten geben
Anstatt jedes Mal manuell Berichte erstellen zu müssen, wenn ein Kunde nach dem Lernfortschritt seiner Mitarbeitenden fragt, können Kunden mit Easy LMS jederzeit auf ihre eigenen Dashboards zugreifen. Du legst die Zugriffsrechte fest, und die Kunden können die relevanten Daten jederzeit einsehen. Das reduziert den Verwaltungsaufwand und sorgt gleichzeitig für ein professionelleres Serviceerlebnis.
Wenn du diese Lernmethoden als Schulungsanbieter oder Beratungsunternehmen skalierbar umsetzen möchtest, ist Easy LMS genau dafür konzipiert.
Nützliche Links
Kirkpatrick-Modell
Dual-Coding-Theorie – Wikipedia